Jeder Mensch trägt ein Bild seiner Familie in sich. Dieses Bild ist uns nicht bewusst, dennoch wirkt es in uns und bestimmt unser Denken, Fühlen und Handeln. Wir sind eingebunden in die Ordnungen unserer früheren Familie, und in jeder Familie wirkt diese Ordnung auf eine ganz spezifische Art und Weise.

Es hat sich gezeigt, dass diese Ordnung gestört wird, wenn Familienmitglieder ausgeschlossen, nicht geachtet, nicht oder zu wenig gewürdigt werden, wenn Verantwortung nicht übernommen wird, Gefühle nicht gelebt werden... Dadurch entstehen Situationen, die in den Familien zu Leid oder Krankheit führen.

Durch das Familienstellen wird das unbewusste Bild sichtbar: Es zeigt die Beziehungen der Familienmitglieder zueinander und gibt Aufschluss über deren Dazugehörigkeit oder Ausgeschlossensein.

In der Arbeit entsteht ein Lösungsbild (wohltuendes Bild), welches dann ebenso wirkt wie das vorherige, jedoch jetzt hilfreich, ordnend und heilend.

Tabuisierte, ausgeschlossene Familien-mitglieder, auch verstorbene, können ihren Platz im Familiensystem einnehmen. Die systemischen Bindungen und Verstrickungen werden bewusst gemacht, es können belastende und übernommene Problematiken erkannt und gelöst werden.

Lösungen bedeuten: Befreiung von Ängsten, Zwängen, Leid, Krankheit, tiefere Beziehungen zu Partnern, Kindern, Eltern, Ahnen, zu anderen Menschen und zu sich selbst.

Jeder, der seine Familie aufstellen möchte, sollte möglichst viele Informationen über seine Herkunftsfamilie mitbringen – insbesondere über:

- Eltern, Großeltern, Geschwister
- frühere Ehepartner, auch der Eltern und Großeltern, bzw. Verlobte oder verlobungsähnliche Verhältnisse
- früh verstorbene Kinder
- totgeborene Kinder
- Abtreibungen, evtl. auch Fehlgeburten
- früh Verstorbene
- Adoptionen
- aus der Familie ausgeschlossene Personen
- schwere Erkrankungen
- psychische Erkrankungen
- Suchtprobleme
- Mord, Selbstmord
- besondere Schicksale, z.B. lange Trennungen, Flucht, Vertreibungen...
- andere schwerwiegende Problematiken

Mitzubringen ist vor allem ein Anliegen, für das eine Lösung gesucht wird.

Dieses kann in der Gegenwarts- oder der Herkunftsfamilie liegen. Aber auch Probleme am Arbeitsplatz, Krankheit, ein Symptom, ein Gefühl, Sucht, ethnische Mischehen, Adoptionsfamilien, eine bestimmte Problematik...
Aufgestellt wird das Anliegen, für das die Lösung gesucht wird.

Auch das Dabeisein und Zuschauen eröffnet neue, versöhnliche und heilende Sichtweisen.

Das eigene Schicksal, die Schicksale der Familien und deren Familienmitglieder und auch die Schicksale anderer Menschen werden aus einer anderen Perspektive betrachtet.

Als Stellvertretung für andere und anderes werden intensive Gefühle erlebt, die eigene Prozesse anstoßen. Die Wahrnehmung wird geschärft und das Sprachempfinden sensibilisiert.

Das Erleben jeder Aufstellung ist eine Bereicherung für den Alltag und das eigene Leben.